Die Amazonasregion


Der brasilianische Dschungel hat sich in Millionen von Jahren zu einem Wald der Superlative entwickelt: Der Lebensraum um den Amazonas und seine zahllosen, weitverzweigten Nebenflüsse beherbergt das artenreichste Ökosystem der Welt. Neben dem Amazonas selbst gibt es noch etwa 1100 Zuflüsse, von denen 17 länger als 1600 km sind. An manchen Stellen ist das Flußbett des Amazonas bis zu 11km breit. Der Amazonas und seine Nebenflüsse bedecken eine Fläche von rund 6,5 Millionen km2. Das System erstreckt sich von den Guyana-Hochländern im Norden bis zum Matto Grosso im Süden und von den Anden im Westen über 6000 km weit bis zum Atlantik im Osten. In dem gigantischen Netz aus Flüssen und Bächen leben rund 2000 verschiedene Fischarten.
Die Regenzeit im Amazonasgebiet beginnt mit heftigen Regenfällen im Dezember und Januar. Das dabei entstehende Hochwasser kann je nach örtlichen Bedingungen drei bis elf Monate dauern und sich über ein Gebiet von bis zu 100.000 km2 erstrecken. Die Wasserstandschwankungen zwischen Regen- und Trockenzeiten sind weltweit einzigartig. Eine Differenz von 12 bis 16 Metern sind als durchschnittlich anzusehen, in Manáus wurden aber auch schon etwa 26 m gemessen.
Das Flußsystem des Amazonas steht in enger Beziehung zu dem (noch) dichtem Urwald, der 80% des Gebietes bedeckt. Dieser Lebensraum, der zu den produktivsten der Erde gehört, liefert einen Großteil des auf der Erde erforderlichen Sauerstoffs. Leider ist diese phantastische Region durch die starke Waldrodung durch den Menschen bedroht. Darüber hinaus regelt das Ökosystem als wesentliches Element des Wasserkreislaufs den globalen Wasserhaushalt. Sie schaffen geeignete Bedienungen für eine immense Artenvielfalt. Der dichte Regenwald hält die Sonne und den Wind davon ab, das Flußwasser zu erreichen, er produziert aber auch pflanzliche und tierische Stoffe, wie Blätter, Früchte, Blüten und Insekten. Dies dient einerseits als Nahrung, andererseits ändert es aber auch die Wasserzusammensetzung und spielt so eine grundlegende Rolle im Haushalt der Flußsysteme.
Das offene Wasser des Amazonas und seiner großen Nebenflüsse ist ein überaus stabiler Lebensraum. So schwankt die Temperatur des Amazonas im Hauptstrom über das Jahr gesehen nur zwischen 28░ und 30░C. Das Wasser ist hier tief und trübe und der Boden ist mit Schlamm und Sand bedeckt. Je nach Strömung aber möglicherweise auch mit Felsen oder mit großen Mengen abgebrochener und vom Wasser angetriebener Äste und Baumstämme. Es gelangt jedoch kein Licht bis zum Boden um Pflanzenwachstum zu ermöglichen. Anders ist es an den Flußrändern, Seitenbächen, Ausständen, Teichen und Sandbänken der Ufer. Hier sind die artenreichsten Regionen zu finden. In diesen Flachgewässern wurden die verschiedenartigsten Lebensgemeinschaften festgestellt. Die für Sonne und Wind zugänglichen Bereiche wechseln sich mit bewaldeten Ufern und Inseln ab und das Wasser ist hier meist nur wenige Meter tief.

Aufgrund der geologischen Entwicklung der amazonischen Gesamtregion haben sich drei grundlegende Gewässertypen, das Klar-, Weiß- und das Schwarzwasser, und ihre daraus resultierenden Mischformen herausgebildet.
Das Wasser in der Natur wird geprägt durch vielerlei eng zusammenwirkende Faktoren: durch die Beschaffenheit und den Bewuchs des Bodens, durch die Niederschläge und ihren Wechsel im Laufe der Jahreszeiten, also durch das Klima. Die Unterscheidung der Gewässertypen beruht auf deren Farbe. Sie sind jedoch innerhalb ihrer Klassifizierung nicht einheitlich. Sie können durch die Kombination mehrerer physikalischer und/oder chemischer Mechanismen entstehen.