Die Gattung Apistogramma


Apistogramma-Arten haben schon seit etwa 100 Jahren ihren festen Platz in unseren Aquarien. Mit ca. 60 beschriebenen und weit mehr unbeschriebenen Arten zählen sie innerhalb der Familie der Buntbarsche (Cichlidae) zu den artenreichsten Gattungen und die Zahl neuer Arten wächst ständig weiter an. Beheimatet sind diese Fische in Südamerika und sind überall im amazonischen Gebiet anzutreffen. Manche Arten sind auf kleine Biotope beschränkt, andere sind fast über das gesamte Amazonassystem verbreitet und haben innerhalb ihrer Art sogar verschiedene fundortspezifische Varianten hervorgebracht. Alle amazonischen Gewässertypen (Klar-, Weiß-, Schwarz- und Mischwasser) werden von Vertretern dieser Gattung besiedelt, was für die Aquarienbiologie eine wichtige Rolle spielt, denn Apistogramma ist nicht gleich Apistogramma. Leider bekommt man im Handel immer wieder nur dieselben "Standard"-Arten angeboten, dabei ist die Vielfalt doch so groß und es lohnt die Mühe, sich auch nach anderen Arten auf die Suche zu begeben. Die einzelnen Verhaltensmuster sind mitunter sehr vielfältig.
Apistogrammas gelten im allgemeinen als anspruchsvolle Pfleglinge, die bezüglich des Wassers und der Pflege einige Ansprüche stellen. Das ist auch sicherlich im Vergleich zu anderen richtig. Zwar lassen sich viele Arten problemlos an mittelhartes Leitungswasser gewöhnen und einigermaßen erfolgreich darin halten, aber besser ist auf jeden Fall sehr weiches und saures Wasser für Wohlbefinden und eine lange Lebensdauer der Pfleglinge. Für eine erfolgreiche Zucht ist es in vielen Fällen sogar unverzichtbar. Dies gilt in besonderem Maße für die Arten, die in den sehr sauren Schwarzwasserbiotopen, wie z.B. dem Rio Negro, beheimatet sind. Wer sich also intensiver mit dieser Gattung befassen möchte, kommt in den meisten Fällen um gezielte Wasseraufbereitung nicht herum. Trotz aller Wasseraufbereitung und Pflege sind Apistogrammas dennoch vergleichsweise krankheitsanfällig, besonders gegen bakteriellen Befall und Darmparasiten, was ihre ohnehin schon recht geringe Lebenserwartung von meist nur 2-4 Jahren oft noch weiter herabsetzt. Das unterstreicht - neben den teilweise hohen Preisen im Handel- ihre Einstufung als Fische, die nur sehr bedingt für Einsteiger geeignet sind. Dennoch kann man nur empfehlen, die Mühe und Arbeit in diese Tiere zu investieren, denn sie sind sehr interessante und vielseitige Pfleglinge.
Leider wird durch die stets steigende Zahl neu importierter Arten die taxonomische Einordnung und die Bestimmung der Arten für den Laien zunehmend schwieriger. Die Gebrauchsnamen bei unbeschriebenen Arten sind oftmals uneinheitlich und stiften manchmal Verwirrung. Daher haben wir es uns zum Ziel gemacht, möglichst viele, auch ungültige (in der Artenliste kursiv dargestellte) Gebrauchsnamen in unserer Artenliste aufzunehmen und diese dann mit dem richtigen Fisch zu verlinken. Wir hoffen so, einen kleinen Beitrag für mehr Durchblick in diesem komplexen Feld leisten zu können. Bei der "gültigen" Namensvergabe (in der Artenliste fett dargestellt) und der systematischen Einordnung orientieren wir uns an Ingo Koslowski (Gelsenkirchen)und Volker Bohnet (Oldenburg).